Der Wolf ist nur im Märchen böse

Die einen idealisieren ihn, die anderen dämonisieren ihn - der Wolf hat etwas Geheimnisvolles an sich und viele Mythen und Märchen ranken sich um sein jahrhundertelanges Zusammenleben mit dem Menschen. Fest steht: Der Wolf ist ein soziales Tier mit Familiensinn, er ist intelligent, neugierig und doch scheu. Wölfe töten keine Menschen, um sie zu fressen - der Mensch gehört nicht zu seinem Beuteschema.

Am 25.2.2017 wurde südöstlich von Brilon - zwischen Hoppecke und Bontkirchen - ein Wolf beobachtet. Der Wolf lief ein Stück parallel zur Landstraße und konnte von der Brilonerin Katja Hennecke aus dem Auto heraus fotografiert werden.

 

Mit der Rückkehr des Wolfes beschäftigt sich das Land NRW schon seit dem Jahre 2010. In einer beim LANUV eingerichteten Arbeitsgruppe „Wolf in NRW" erarbeiten Wissenschaftler, Naturschützer, Jäger, Schafhalter, Forstleute und Behörden ein Konzept für den Fall der eigenständigen Rückkehr des Wolfes und tauschen unterschiedliche Interessen aus. Das Land hat auf Anregung der Arbeitsgruppe Wolfsberaterinnen und Wolfsberater ausgebildet. Beim Landesumweltamt (LANUV) können rund um die Uhr alle Luchs- und Wolfssichtungen gemeldet werden unter 02361-305-0 (außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende: Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV 0201-714488).

 

Brilons Forstamtsleiter Dr. Gerrit Bub: „Noch immer stehen der Rückkehr der Wölfe irrationale Ängste der Menschen entgegen, die immer wieder Ausrottungsmentalitäten begünstigen. Der Wolf ist streng geschützt. Wir sollten jedoch gegenseitigen Respekt vor der Schöpfung leben und den Wolf als einen ursprünglichen Teil der Lebensgemeinschaft im Wald betrachten. Ich gehe aber davon aus, dass der Wolf ein Durchzügler ist und nicht bei uns bleiben wird, da er ein großen Lebensraum beansprucht."

 

Wenn man einem Wolf begegnet, sollte man sich wie jedem anderen Wildtier gegenüber verhalten:

· Nicht versuchen anzufassen oder zu füttern.

· Nicht weglaufen, sondern stehen bleiben.

· Langsam zurückziehen, wenn man den Abstand vergrößern möchte.

· Man kann ein Wildtier vertreiben, indem man auf sich aufmerksam macht. (laut ansprechen, in die Hände klatschen etc.).

· Bei eventuellen Sichtungen eines Wolfes, diese direkt an die zuständigen Behörden oder den/die zuständige regionale/n Wolfsberater/-in melden.

 

Weitere Verhaltensregeln sowie nähere Informationen zum Thema Wolf haben wir hier zusammengestellt.

 

Dr. Christof Bartsch, der Bürgermeister der PEFC Waldhauptstadt Brilon 2017: „Der Wald lehrt uns Geduld, Gelassenheit, Ruhe, Langmut und auch Genügsamkeit - all das, was ihm eben selbst eigen ist. Wir sollten Gelassenheit im Sturm bewahren, der Wolf ist nur im Märchen bösartig. Die Sorgen und Ängste nehmen wir sehr ernst, aber Panikmache wäre die falsche Strategie."