Rixen


Lage

Rixen liegt rund fünf Kilometer nordwestlich von Brilon.

 

 

 

 

 


Geschichte

Wappen des Ortsteils Rixen

Rixen kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Unmittelbar am "Soestweg", dem alten Handelsweg zwischen den bedeutendsten Städten des Herzogtums Westfalen Soest und Brilon gelegen, wurde der Ort urkundlich bereits am 10. Juli 1313 im Güterverzeichnis des Grafen von Arnsberg als "Richwardinchusen" erwähnt. Die Ursprünge des Ortes gehen wahrscheinlich bis in das 12./13. Jahrhundert zurück, da in einem urkundlichen Nachweis vom 12. April 1282 eine Ratsherrenfamilie (Hermannus de Richwardinchusen) in Geseke bekannt wird, als deren Ursprung wahrscheinlich Rixen angesehen werden kann. Eine entsprechende Urkunde (Nr. 16) ist im Verzeichnis des Klosters Geseke vorhanden.

Der Ort war zunächst im Besitz des Grafen von Arnsberg, wie das Güterverzeichnis aus den Jahren 1281 bis 1313 ausweist. Lehensträger der Grafen von Arnsberg war u.a. das im 14. Jahrhundert ausgestorbene Geschlecht der Grafen von Honrode, die aus der Nähe von Soest stammten. Auf diesen Lehensträger ist auch das Wappen zurückzuführen, da im Siegel des Theodericus den Honrodhe von 1250 ein Kranz aus fünf Rosen erscheint. Die Wappenfarben Blau und Silber dokumentieren die Lehenshoheit der Grafen von Arnsberg (Wappenbeschreibung und Genehmigungsurkunde vom 23.02.1954: In Blau fünf kranzweise gestellte silberne Rosen mit roten Butzen und Kelchblättern). Der Zehnte gehörte zum Briloner Zehnten des Patroklistifts in Soest, den 1341 Briloner Bürger, 1365 das Kloster Bredelar in Pacht hatten. 1360 machten auch die Herren von Scharfenberg Zehntrechte geltend. Es dürfte sich hier um den Hof gehandelt haben, der heute im Besitz von Franz Müller - früherer Schultenhof - ist und der auch noch heute kirchlich als einziger zur Pfarrei Scharfenberg gehört. Im 16. Jahrhundert finden sich dann Padberger Afterlehen, die wiederum an Briloner Bürger ausgegeben waren.

Rixen scheint im 16. Jahrhundert verlassen gewesen zu sein. Rixen war 1482 wüst, gehörte zur Briloner Mark und alle dort besäten Äcker waren nach Soest zehntpflichtig. Die erneute Besiedlung erfolgte Anfang des 16. Jahrhunderts. Das Schatzungsregister für das Herzogtum Westfalen weist 1563 "Rixenn das neuwdorf" mit nur drei Steuerzahlern aus (der Apenman, Heinrich Pungell und Hanns Schroeder); zwei Familien werden als arm bezeichnet und unterlagen keiner Steuerpflicht (Wilhelm Bröckelmann und der Delbrugger). Bruns schätzt in seinem Buch "Amt Thülen" die Zahl der Seelen zu diesem Zeitpunkt auf 25 und für 1565 auf 35 in der Annahme, dass pro Haus fünf Einwohner gerechnet werden können.

In den folgenden Jahrzehnten sind - so weisen viele urkundliche Belege aus - Güter aus Rixen von verschiedenen Seiten annektiert bzw. erworben worden. Wesentlichen Besitz hat letztlich die Stadt Brilon mit drei Meiergütern 1595/1694 erworben. Der Dreißigjährige Krieg 1618 bis 1648 zwang die Einwohner von Rixen 1634 erneut, ihren Besitz und das Dorf zu verlassen. Rixen lag 18 Jahre wüst und war nicht bewohnt. Erst 1652 haben sich wieder drei Hausleute angesiedelt, während früher dort sechs Vollspannhöfe waren. Nach und nach scheint sich der Ort dann wieder zu einem gesunden Gemeinwesen mit einer ordentlichen Vieh- und Ackerwirtschaft entwickelt zu haben. Im Jahre 1837 wohnten in 17 Häusern 106 Einwohner; ihre Zahl stieg bis 1853 auf 159 Einwohner. Danach ging die Zahl der Einwohner wieder zurück und betrug im Jahr 1994 noch ca. 115. Heute leben ca. 140 Einwohner in Rixen.

Der Ort Rixen war bis zum Jahre 1826 politisch selbständig. Im Jahre 1826 wurde Rixen dann mit der Ablösung des Schultheißen Nolte verwaltungsmäßig der Bürgermeisterei Brilon zugeschlagen. Im Jahre 1837 wurde die Bürgermeisterei Brilon aufgrund der 1831 in Kraft getretenen neuen Städteordnung aufgelöst und Rixen der Bürgermeisterei Thülen zugewiesen. Dieser Bürgermeisterei - später Amt Thülen - gehört die Gemeinde bis zur kommunalen Neugliederung am 01. Januar 1975 an. An diesem Tage verlor Rixen die politische Selbständigkeit und wurde in die Stadt Brilon als Stadtteil eingegliedert.


Verkehrsanbindung

...mit dem PKW

aus Richtung Dortmund A 44 bis Ausfahrt 58 Richtung Anröchte, weiter auf B 55, dann B 516 Richtung Brilon, dann auf K 57 abbiegen Richtung Scharfenberg und der Straße bis zum Abzweig Rixen folgen  

 

 

aus Richtung Kassel A 44 Richtung Dortmund bis Autobahnkreuz Wünnenberg-Haaren, Abfahrt auf B 480, Durchfahrt von Wünnenberg, Richtung Alme, in Alme der B c516 folgen, dann auf die K 57 abbiegen Richtung Scharfenberg und der Straße bis zum Abzweig Rixen folgen 

 

 

...per Bus 

 

Hier finden Sie das gesamte Nahverkehrsangebot

 

...per Bahn

 

Bis Bahnhof Brilon-Wald, dann mit dem Bus über Brilon nach Scharfenberg 

 

 

Hier finden Sie das gesamte Nahverkehrsangebot


Kindergarten

Rixen verfügt über keinen eigenen Kindergarten. Die Kinder besuchen die Kindergärten in den Nachbarorten.  

Informationen zum Kindergartenangebot finden Sie hier.


Schulangebot

... im Primarbereich (Grundschulbereich)

Rixen hat keine eigene Grundschule. Die Kinder besuchen die Grundschulstandorte in den Nachbarorten Altenbüren und Scharfenberg. Für nähere Informationen, welche Jahrgänge an welchem Standort unterrichtet werden, wenden Sie sich bitte an die Schulleitung.

Die Kontaktdaten finden Sie hier.

 

... im Sekundarbereich I (weiterführende Schulen)

Den Schülern der Sekundarstufe I werden in Brilon alle Schulformen angeboten.

Hier finden Sie einen Überblick aller Schulen im Stadtgebiet.


Sonstige Institutionen

O Löschgruppe Rixen


Sehenswürdigkeiten

Der mündlichen Überlieferung zufolge wurde bereits kurz nach dem 1. Weltkrieg die Idee einer eigenen Dorfkapelle geboren. Jahre der Armut und Arbeitslosigkeit machten den Wunsch vergessen. Erst Mitte der 30er Jahre ist der Gedanke zur Errichtung einer Kapelle erneut aufgegriffen worden. Entsprechende Planungen begannen, konkrete Bauzeichnungen sind gefertigt worden. Diese Zeichnungen gingen jedoch in den Wirren des 2. Weltkrieges und der Nachkriegszeit verloren.

Erst Mitte der 80er Jahre ist dann der Bau einer Dorfkapelle erneut in die Diskussion gekommen. Die Dorfgemeinschaft gründete im Juli 1984 einen Trägerverein, der als Ziel die Errichtung einer Dorfkapelle verfolgen sollte.


Schon am 1. April 1986 wurde der 1. Spatenstich getan; im August 1986, also nur 4 Monate nach Baubeginn, konnte bereits das Richtfest gefeiert werden. Mit dem Richtfest wurde zugleich die Grundsteinlegung vorgenommen. Dieser Tag wird als besonderes Ereignis in die Geschichte der Dorfgemeinschaft eingehen. Viele Handwerker aus Rixen, Scharfenberg, Brilon und anderen Orten beteiligten sich freiwillig an dem weiteren Ausbau der Kapelle. Zusammen mit vielen Spenden wurde dann nach und nach das Bauwerk vollendet.

Der weit über das Sauerland hinaus bekannte Künstler Ernst Suberg aus Olsberg-Elleringhausen bot seine Mithilfe an der künstlerischen Ausgestaltung der Kapelle an. Ernst Suberg hat mit ganzer Kraft, unter Einsatz seiner - wie sich später herausstellte - letzten körperlichen Reserven die Kapelle künstlerisch so gestaltet, dass sie zu einem Schmuckstück geworden ist und ihres gleichen sicherlich weit und breit sucht. Groß war die Trauer der Dorfgemeinschaft, als Ernst Suberg am 18. Dezember 1987, knapp 3 Monate nach der feierlichen Einweihung starb. Der Sohn von Ernst Suberg, der Maler und Bildhauer Jürgen Suberg, hat das Werk seines Vaters vollendet.

Nach Monaten hektischer Betriebsamkeit wurde die Dorfkapelle im August 1987 nach eineinhalbjähriger Bauzeit fertiggestellt. Am 20. September 1987 fand die feierliche Einweihung im Beisein der gesamten Dorfgemeinschaft und vieler Gäste statt.

Im Anschluss an die Fertigstellung der Kapelle wurden dann noch weitere künstlerische Arbeiten von Jürgen Suberg in Rixen vorgenommen. So wurde im Jahr 1988 ein der Kapelle vorgelagertes Friedensmal eingeweiht. In den Folgejahren wurden dann noch ein Kreuzweg mit 3 Stationen in Sandstein angefertigt und das Auferstehungskreuz auf dem Woltenberg erneuert.

Auferstehungskreuz
Auf dem nahegelegenen Woltenberg wurde 1992 das Auferstehungskreuz aufgestellt, da Blitzschlag und Witterung das alte Kreuz zerstört hatten. Der Bildhauer Jürgen Suberg schuf aus einem einzigen Eichenstamm das Kreuz, das eine Verbindung zur oben beschriebenen Hubertuskapelle schafft.