Der Briloner Stadtwald

Wald

Mit einer Gesamtfläche von 7.750 ha ist der Stadtwald Brilon heute der größte Kommunalwald im Bereich der gesamten Bundesrepublik. Auf diese Tatsache, die abwechselungsreiche Geschichte des Stadtwaldes, seine reiche Standortpalette und seine Funktionen soll im folgenden näher eingegangen werden.

 

Bei der Gründung im Jahre 1220 war die Stadt nur in geringem Umfang mit Marken - Feld- und Waldmarken - ausgestattet. Die Nutzung der Waldmarken stand den freien Bauern zu.

 

Bereits um 1300 erlebte die Stadt Brilon eine erste Blüte. Die Stadt betrieb eine konsequente Politik zur Ausdehnung ihrer Marken. Viele Bürger der umliegenden ländlichen Bereiche suchten die Vorteile und den Schutz des Stadtlebens. Es kam zu einer Landflucht; dadurch wiederum zur Entwertung der grundherrlichen Besitzungen und Verarmung der besitzenden Familien.

 

Die Stadt Brilon kaufte demgegenüber seit dem 16. Jahrhundert alles freiwerdende Land und auch ursprüngliche Waldanteile - sog. Echtwerte - systematisch auf. Ferner räumte sie sich eine Art Vorkaufsrecht auf alle freiwerdenden Erbgüter der Bürger, Bürgerfrauen und -kinder ein. Dadurch erstreckten sich 1530 die Grenzen der Stadt über die heutigen hinaus.

 

Aus der Zeit der späteren Grenzstreitigkeiten ist die Tradition der „Briloner Schnade“ entstanden.

 

Im Laufe des 16. Jahrhunderts verlor Brilon seine einstige politische und wirtschaftliche Bedeutung und wandelte sich mehr und mehr in eine Ackerbürgerstadt.

 

Die Waldmarken erfüllten die Ansprüche an Waldweide, Streu und Holz. Dabei übernahm die Stadt die Verwaltung, indem sie Jagd- und Forstaufseher einstellte, Markenordnungen erließ und landesherrliche Verordnungen durchsetzte.

 

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts war der Wandel vom Markenwald in städtischen Gemeindewald vollzogen.

 

Mit Einführung des Grundbuches und Grundkatasters wurde der Wald auf den Namen der politischen Gemeinde eingetragen.

 

Natürliche Grundlagen

Der Stadtwald Brilon liegt in Höhenlagen zwischen 350 und 800 m. An Niederschlägen fallen zwischen 900 und 1150 mm im Jahr, davon rund 440 mm während der Vegetationszeit. Die Hauptwindrichtung ist Südwesten. Insgesamt ist das Klima subatlantisch geprägt.

 

Die Waldböden werden überwiegend aus carbonischen Grauwacken sowie devonischen Schiefern und Massenkalken gebildet. Die Grauwacken finden sich überwiegend in den nördlichen Revieren, wo sie verhältnismäßig arme und saure Böden, die teilweise vernässt sind, entwickelt haben. Sie sind überwiegend mit Fichte, Buche und Eiche bestockt.

 

In den südlichen und östlichen Revieren treten die Schiefer und Kalke hervor. Hier auf den nährstoffreichen Standorten stockt der höchste Laubwaldanteil, der sich überwiegend aus Buche mit verschiedenen Edellaubgehölzen zusammensetzt.

 

Während das Gelände in den nördlichen Revieren überwiegend aus flachstreichenden Erhebungen besteht, ragen in den südlichen Revie­ren steile bis schroffe Höhenzüge bis auf 800 m über NN auf.

 

Der Wald der Stadt Brilon wird so bewirtschaftet, dass er auch zukünftig einen beachtlichen Anteil zum Stadthaushalt beisteuert und die Aufgaben zu Schutz der Landschaft, des Wassers, Bodens und Klimas und der Stätte der ruhigen Erholung der Menschen bestmöglich erfüllt.

 

Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, jungen Menschen den Wald und seine Bewirtschaftung näher zu bringen. Aus diesem Grund nimmt ein Bediensteter des Stadtforstes die Aufgabe eines Forstpädagogen wahr.

 

Zur Sicherung seiner Erholungsfunktion sind insbesondere in den ortsnahen Waldungen zahlreiche Wander- und Spazierwege, Ruhebänke, Hinweistafeln, Spielplätze und Sporteinrichtungen angelegt worden.

 

Zunehmend erwartet die Bevölkerung von der heimischen Forstwirtschaft auch die Erfüllung sozialer Aufgaben, wie z. B. Naturschutz im Wald, Nutzung des Waldes als Erholungsraum, sowie die Forst- und Umweltpädagogik.

Der Briloner Stadtwald im einzelnen

Die Gesamtwaldfläche von 7.631 ha ist wie folgt bestockt:

 

Eiche                           5 %

Buche                         25 %

Lärche                          1 %

Fichte/Douglasie            69 %

 

Der Jahreseinschlag beträgt ca. 55.000 Festmeter, davon 75 % Nadelholz und 25 % Laubholz.

Orkan Kyrill

Im Jahr 2007 verwüstete der Orkan Kyrill den Briloner Stadtwald.

Der Sturm warf 500.000 Kubikmeter Holz um, das entspricht dem Erntevolumen von zehn Jahren. Inzwischen wird die Katastrophe als Chance verstanden. So wurden Ideen verwirklicht, die es ohne die durch den Orkan geschaffenen Voruassetzungen wohl nicht gegeben hätte. Eines dieser Projekte ist der "Briloner Bürgerwald", zu dem Sie in folgenden Internetangeboten mehr erfahren:

 

http://www.briloner-buergerwald.com

 

http://www.forst-brilon.de

 


Forstbetrieb Brilon

Die Stadt Brilon verfügt über einen städtischen Forstbetrieb (Gartenstraße 18, Brilon), der sich in 4,5 Revierförstereien gliedert. Die Waldarbeiten werden durch rund 20 städtische Forstwirte ausgeführt.

 

Internetauftritt des Stadtforstbetriebs: http://www.forst-brilon.de