Stadt Brilon erhält Fördermittel für Wiedervernässung

Siedlungsnaher Naturerlebnisraum wird in Brilon-Scharfenberg geschaffen...

Die Stadt Brilon erhält für die „Wiedervernässung des Kloßsiepentales als siedlungsnaher Naturerlebnisraum“ im Ortsteil Scharfenberg Fördermittel des Landes NRW und der Europäischen Union. Die Bezirksregierung Arnsberg bewilligte jetzt für das Projekt Fördermittel in Höhe von 560.834,02 €. Die bauliche Umsetzung soll von Mai bis November 2022 erfolgen.

Der Kloßsiepenbach nördlich von Scharfenberg wurde vor vielen Jahrzehnten zur besseren Bewirtschaftung an den Südhang des 1.200 m langen und rund 35 m breiten Feuchtwiesentales verlegt. Dort hat er sich über die Jahrzehnte aufgrund der Begradigung bis zu 2 m tief eingeschnitten. Gemäß der Preußischen Uraufnahme (1836-1850) lag der Bachverlauf ursprünglich in der Talmitte.

Die „neue Talvernässung“ soll durch eine Veränderung des Fließweges erreicht werden. Das Gewässer wird in die Mitte des Tals verlegt und ein wechselnder Verlauf mit geringen Einschnitten angelegt. Zusätzlich sollen Wiesendrainagen geschlossen und die Führung von Quellzuläufen optimiert werden. Durch Anhebung der Gewässersohle ist eine Entschleunigung des Hochwasserabflusses zu erwarten. Dabei ist auch vorgesehen, dass der Bach bei Hochwasser die umliegenden Wiesen überflutet. Das alte Bachbett wird mit Boden aus einer nahen Maßnahme an der Möhne verfüllt. Dort werden die alten Auen im Bereich der Möhneburg wiederhergestellt. Daneben werden die Wanderwege optimiert und die Erlebbarkeit der Feuchtwiese und des Baches verbessert. Zusätzliche Bänke und Tische werden ebenfalls ergänzt. Mit der Maßnahme sollen eine Steigerung der Biodiversität und der Erhalt eines landesweiten klimaangepassten Biotopverbundes erfolgen.

Den Scharfenberger und Briloner Einwohnern sowie allen anderen Wanderern und Spaziergängern stehen dann zwei Rundwege zur Erholung zur Verfügung. Sie verlaufen zunächst unmittelbar an der Talwiese entlang und führen auch auf den Höhenrücken in Richtung der alten Burg / „Rabenknapp“. Nach der schon erfolgten Entfernung der abgestorbenen Fichten südlich des Tales hat man so gute Ausblicke auf das Feuchtwiesental, welches zukünftig auch wieder beweidet wird.

In dem abseits der Verkehrsstraßen gelegenen Tal können Besucher ortsnah die Ruhe genießen. Kleine Quellbäche müssen mittels Trittsteinen überquert werden, der neue Weg ist dadurch für Spaziergänge mit Kindern besonders gut geeignet.

Mit dem Programm REACT-EU hat die Europäische Union eine Aufbauhilfe aufgelegt, mit der die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Covid19-Pandemie in Europa abgefedert werden sollen. Ziel von REACT-EU („Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe“) als Teil von EFRE ist es, grüne Infrastruktur vorwiegend im urbanen Raum zu entwickeln, zu erhalten und zu verbessern sowie naturtouristische Angebote in NRW zu schaffen.

 

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