Vor über 60 Jahren unterzeichneten die Städte Brilon und Hesdin-la-Forêt (Frankreich) eine Freundschaftsurkunde. Seitdem begegnen sich deutsche und französische Bürgerinnen und Bürger der beiden Städte regelmäßig. Zahlreiche Freundschaften sind entstanden.
Vom 8.-11. Oktober 2026 feierten die beiden Kommunen ihre langjährige Freundschaft mit einem Festwochenende in der französischen Partnerstadt, nachdem im vergangenen Jahr das 60-jährige Jubiläum in Brilon begangen wurde. Gleichzeitig beging Hesdin-la-Forêt das 50jährige Jubiläum seiner Partnerschaft mit der belgischen Stadt Heusden-Zolder, mit der wiederum auch Brilon seit 1971 eine Städtepartnerschaft pflegt.
Neben zahlreichen Begegnungen und einem großen Gala-Abend standen auch sportliche Aktivitäten und Besichtigungen auf dem Programm. Ein gemeinsamer Ausflug nach Azincourt rief für alle die Geschehnisse rund um die Schlacht bei Azincourt im Jahr 1415 in Erinnerung. Der Blick auf aktuelle Bauprojekte (u.a. die neu errichtete Grundschule, die Sanierung des Rathausturms), ein Betriebsbesuch sowie die Darstellung verschiedener Naturschutzmaßnahmen rundeten das Programm ab.
Die drei Städte hatten vor mehr als einem Jahr verabredet, als Zeichen der Freundschaft eine Rose züchten zu lassen. Nun war es soweit, die Rose „Philia Europa“ wurde präsentiert und vom französischen Rosenzüchter an die Städte übergeben. In dem im Rahmen des Treffens neu eröffneten ‚Square des Jumelages‘ wurden gleich Rosen und ebenfalls ein Freundschaftsbaum in ein Gemisch aus Erde aus allen drei Städten und bewässert mit Wasser aus allen drei Städten gepflanzt.
Bürgermeister Dr. Bartsch griff dies in seiner Rede beim Festakt auf: „Wie jede Rose und jeder Baum kann auch Europa nur von unten wachsen, wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt.“ Angesichts der „Rahmenbedingungen unserer Tage“ äußerte er aber auch seine Sorge um die Zukunft Europas und die deutsch-französischen Beziehungen. Unter der Überschrift „Quo vadis?“ stellte er fest: „Geschichte ist kein Selbstläufer. Freundschaft ist kein Denkmal, das man einmal erreichtet und dann für alle Zeiten steht. Sie muss immer wieder von Neuem mit Leben gefüllt und sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst werden. Die Rahmenbedingungen unserer Tage sind komplex und von zahlreichen Unsicherheiten geprägt.“. Und weiter: „Die deutsch-französische Freundschaft ist nicht tragfähig, wenn sie sich beschränkt auf Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs. Sie lebt in den Städten und Gemeinden, den Schulen und Universitäten, den Städtepartnerschaften, den jungen Menschen, die heute ganz selbstverständlich über Grenzen hinweg studieren, arbeiten, reisen und Freundschaften schließen können. Mir liegt die Fortentwicklung der europäischen Freundschaften sehr am Herzen. Wir müssen junge Menschen davon überzeugen und ihren frischen Gedanken Raum zur Entfaltung geben, um Städtepartnerschaften nicht einem nostalgischen Blick zurück, sondern dem berechtigten Interesse an einem gelingenden Leben in Freiheit, Wohlstand, Frieden und demokratischer Verfasstheit in einem geeinten Europa zu überlassen.“ . In dem Zusammenhang dankte der Bürgermeister insbesondere der Marienschule in Brilon und dem College Notre Dame in Hesdin-la-Forêt für die langjährige Arbeit, bei der zahlreiche Begegnungen zwischen Schülerinnen und Schülern beider Schulen seit vielen Jahren organisiert werden: „Ich freue mich zu sehen, dass in unseren Partnerschaftsvereinigungen zunehmend junge Menschen Engagement zeigen und auch in der Sekundarschule und am Gymnasium neue Aufbrüche entstehen, die Schülerinnen und Schülern Erfahrungsmöglichkeiten in Partnerstädten und Partnerschulen eröffnen.“
Die 23-köpfige Delegation aus Brilon unter Führung von Bürgermeister Dr. Bartsch sowie dem Vorstand der Briloner Partnerschaftsvereinigung mit Tobias Klaholz, Sabrina Jorewitz und Heidi Hillebrand war vom Besuch in Frankreich begeistert.
Mit dem Bürgermeister Matthieu Demoncheaux vereinbarte Dr. Bartsch einen Austausch auf Verwaltungsebene für das Jahr 2027.
Text: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stadt Brilon
Bildrechte: Stadt Brilon
Fotograf/Fotografin: Michael Kahrig
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